SafeWay: KI-gestützte Navigation für sichere Wege in der Stadt
Wie kann Künstliche Intelligenz dabei helfen, sicherere Wege z.B. durch die Stadt zu finden? Das Förderprojekt SafeWay entwickelt eine KI-gestützte Navigation, die sicherheitsrelevante Informationen aus verschiedenen Quellen auswertet und bei der Routenplanung berücksichtigt. Am 14. August 2026 übergab Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei und Digitalisierungsminister des Landes Schleswig-Holstein, den Zuwendungsbescheid an Dr. Ing. Lino Giefer von der AImera Group GmbH. Das Land fördert das Projekt mit 149.999 Euro.

Sicherheitsrelevante Daten intelligent zusammenführen
Informationen zur Sicherheit im öffentlichen Raum liegen häufig in unterschiedlichen Formaten und bei verschiedenen Quellen vor. SafeWay soll strukturierte und unstrukturierte Daten automatisiert zusammenführen. Dazu zählen unter anderem Presse- und Polizeiberichte, Mobilitäts- und Infrastrukturdaten sowie Community-Meldungen.
Die Künstliche Intelligenz extrahiert aus Texten einzelne Datenpunkte und überführt sie in strukturierte Ereignisse. Diese werden kategorisiert und nach räumlichen sowie zeitlichen Kriterien bewertet. Auch unterschiedliche Ereignisarten und Schweregrade lassen sich berücksichtigen. Der daraus berechnete Risikowert liegt zwischen null und eins. Ältere Ereignisse verlieren schrittweise an Bedeutung, während aktuelle Meldungen stärker einfließen.
Technisch verbindet SafeWay drei zentrale Komponenten: Ein NLP-Modul erkennt sicherheitsrelevante Ereignisse in Texten, eine Scoring-Engine bewertet mögliche Risiken und ein Routing-Modul berechnet auf dieser Grundlage geeignete Wege. Als Kartenbasis dient die open-Source Software "OpenStreetMap". Die Datenverarbeitung und das Hosting der KI-Module sollen auf einem lokalen KI-Server erfolgen.

Quelle: Matthias Nowc – KI.SH | Dirk Schrödter (links) übergibt Dr.-Ing. Lino Griefer (Mitte) den Zuwendungsbescheid für das Projekt. Begleitet wurde und wird die AImera Group GmbH bei Förderung und Vernetzung durch KI.SH z.B. in Person von Linus Prinz (rechts).
Das Projekt hat mich von Beginn an überzeugt. Ich freue mich, dass die Umsetzung so gut vorankommt und wir diese KI-Idee in Schleswig-Holstein umsetzen. Viel Erfolg weiterhin an das Projektteam.

Quelle: Matthias Nowc – KI.SH | Dirk Schrödter im regen Austausch zum Projekt.
Rund 61.000 Ereignisse aus 123.000 Artikeln
Die Datenpipeline ist bereits funktionsfähig. Dr.-Ing. Lino Giefert führte bei der Projektvorstellung aus, dass bereits rund 123.000 Artikel verarbeitet und daraus etwa 61.000 Ereignisse extrahiert wurden. Die Datengrundlage umfasst zunächst einen Zeitraum von zwei Jahren mit Schwerpunkt auf Schleswig-Holstein. Begonnen wurde mit Kiel, Flensburg, Lübeck, Neumünster und Norderstedt. Die geografische Abdeckung wird schrittweise nach Süden erweitert und soll perspektivisch das ganze Bundesgebiet umfassen.
Eine erste Anwendung der Technologie ist eine mobile Navigation. Sie soll bei der Routenberechnung neben Entfernung und Streckenverlauf auch sicherheitsrelevante Informationen einbeziehen und so eine sichere Navigation vereinfachen.
Potenziale für Kommunen und Unternehmen
Die Technologie ist nicht auf eine Navigationsanwendung beschränkt. Kommunen könnten die ausgewerteten Daten nutzen, um lokale Entwicklungen zu analysieren, Sicherheitsschwerpunkte zu erkennen und Entscheidungen zur Stadt- und Infrastrukturplanung zu unterstützen. Strukturierte kommunale Daten sollen über Schnittstellen eingebunden werden können.
Die modulare Systemarchitektur ermöglicht zudem eine spätere Nutzung einzelner Komponenten durch Mobilitätsanbieter, öffentliche Einrichtungen und regionale Unternehmen. So können neue Anwendungen und Geschäftsmodelle in den Bereichen Mobilität, Datenanalyse, urbane Sicherheit und kommunale Digitalisierung entstehen.
Aktuell arbeitet ein dreiköpfiges Team aus KI-Entwicklung, Backend-Entwicklung und Projektmanagement an einem Demonstrator. Bis zum Ende des Bewilligungszeitraums am 31. März 2027 soll ein technisch validierter Prototyp entstehen.
Weitere geförderte KI-Projekte finden Sie in unserer Rubrik Blog.
Noch Fragen?
Was ist SafeWay?
SafeWay entwickelt eine KI-gestützte Lösung, die Menschen dabei unterstützt, sich sicherer und selbstbestimmter im öffentlichen Raum zu bewegen. Ziel ist es, moderne KI-Technologien mit einem konkreten gesellschaftlichen Nutzen zu verbinden.
Wer entwickelt SafeWay?
Das Projekt wird von der AImera Group GmbH aus Scharbeutz unter der Leitung von Dr.-Ing. Lino Giefer entwickelt.
Wie hoch ist die Förderung?
Das Land Schleswig-Holstein fördert SafeWay mit 149.999 Euro. Der Bewilligungszeitraum läuft vom 1. Februar 2026 bis zum 31. März 2027.
Wie funktioniert die KI?
Die KI extrahiert Ereignisse aus Textquellen und bereitet diese strukturiert in einem Riskscore auf.